Ergänzende Erklärung zum Doktoratsstudium an der St. Elisabeth Universität Bratislava

2015 wurde im Rahmen der österreichischen Universtätskonferenz die Thematik des Doktoratsabschlusses im europäischen und österreichischen Kontext erörtert.

Um Trends und Positionen bei Doktoratsabschlüssen besser verständlich zu machen, müssen auch die Entwicklungen beleuchtet werden. Mit dem Berlin Communique 2003 wurden Doktoratsstudien als dritte Stufe in das Bologna Konstrukt integriert, da diese zu den an Universitäten angebotenen Studien zählen und die Verbindung zwischen dem Europäischen Hochschulraum (EHR) und dem Europäischen Forschungsraum (EFR) herstellen. Im Mai 2005 einigten sich die europäischen Minister bei einem Treffen im Bergen (N) auf die Eckpunkte der Doktortasstudien in Europa. In diesen Eckpunkten wird festgehalten, dass künftig die Dauer eines Doktoratsstudiums mindestens drei Jahre betragen soll. 2010 wurden die Salzburg II Recommandations veröffentlicht, die wichtige Prinzipien zum Doktoratsstudium ergänzen. Diese Empfehlungen stellen eine Orientierung und Richtungspfade für die Zukunft dar und sind laut Universitätskonferenz von 2015 nicht als Checkliste zu verstehen. Explizit wird betont, dass  in Europa stark diversifizierte Organisationen und Ausprägungen in Angebot und Ablauf von Doktoratsstudien existieren und diese nur im Konsens im Rahmen der Europischen Union vereinheitlicht werden können (Quelle: Österreichische Universitätskonferenz, 2015).

Der in der Slowakei und in der Tschechischen Rebublik übliche Doktoratsabschluss PhDr (Dr. phil.) ist ein Berufsdoktorat, das als Rigorosumsverfahren unter der Bedingung, bereits im Rahmen eines vorangegangenen Studiums 300ECTS erworben zu haben, abgeschlossen wird. Dabei ist eine wissenschaftliche Arbeit mit eigenem methodischem Forschungsteil zu erstellen. Die Mindestdauer des Studiums beträgt drei Semester, die Durchschnittsstudienzeit der Doktoranden beträgt meist zwei Jahre.